Ab Februar wird Thomas Brunner als Bürgermeister an der Spitze der Verwaltung stehen. Was hat er sich vorgenommen, um die Gemeinde noch weiter voranzubringen, gerade auch im Hinblick auf den demografischen Wandel? Wichtig sei aus seiner Sicht eine umfassende Aktivität, um das Erreichte zu sichern und auf neue Herausforderungen schnell reagieren zu können. Der Entwicklung der Ortskerne komme eine große Bedeutung zu. Die Gemeinde werde durch Beratung und planerische Unterstützung Sorge dafür tr agen, dass die in den nächsten Jahren frei werdenden Immobilien weiter genutzt werden. Auch dem Thema altengerechter Wohnraum werde eine zunehmende Bedeutung zukommen. Überlegungen bezüglich zukünftiger Wohnformen fürs Alter stehe er als Bürgermeister offen gegenüber. Die Sozialstation werde zum Betreuungspartner weiterentwickelt, um entsprechend agieren zu können. Auch die Frage nach weiteren Betreuungsplätzen für pflegebedürftige Menschen werde sich in Zukunft stellen. Gerade der Bedarf an Betreuungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Demenzkranke steige. Auch in Zukunft werde man dafür sorgen, dass in Wettenberg entsprechende Angebote ausgebaut und weiterentwickelt werden. Das "Kleeblatt"-Modell der Gemeinden Biebertal, Heuchelheim und Wettenberg in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt sei ein gutes Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit im Westkreis. Daher werde er auch in Zukunft alle Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausschöpfen. Auch das Thema Finanzen und damit verbundene mögliche Abstriche beschäftigen den zukünftigen Rathauschef. "Zunächst möchte ich feststellen, dass ein Teil unserer finanziellen Verschlechterung durch die Umstellung unseres Buchhaltungssystems auf die kommunale Doppik entstanden ist. Hätten wir in den letzten 30 Jahren bereits dieses System anwenden müssen, wären viele Haushaltsjahre in Wettenberg vermeintlich schlecht oder sogar negativ gewesen." Er befürchte, dass die gute Entwicklung, die Wettenberg tatsächlich in diesen 30 Jahren genommen habe, teilweise durch dieses Buchhaltungssystem verhindert oder erschwert worden wäre. Während man den Banken, die gerade eine Weltwirtschaftskrise mit verschuldet hätten, bilanzielle Erleichterungen ermögliche, werde die öffentliche Hand unnötig eingeschränkt. Im Unterschied zu Bund und Land hätten Verwaltungen vor Ort sehr wohl auf die langfristige Entwicklung der Kommune bei vertretbarer Verschuldung geachtet. Seine annähernd 20-jährige kommunalpolitische Erfahrung werde er einsetzen, dass sich die Gemeinde auch in den nächsten Jahren weiterentwickeln werde, ohne dass die nächsten Generation übermäßig belastet wird. Als wichtige Projekte stehen die energetische Sanierung des Wißmarer Bürgerhauses und die Sanierung der Dusch- und Umkleideräume in der Eduard-David-Sporthalle in Krofdorf an. Der Bau eines Kunstrasenplatzes in Kooperation mit dem Landkreis Gießen an der Gesamtschule Gleiberger Land in Launsbach stehe ebenfalls weit oben auf seiner Prioritätenliste. Ein weiterer Punkt sei die Weiterentwicklung der Kindertagesstätten. Das Ziel sei, sie zu Familienzentren auszubauen, die ein generationenübergreifendes Angebot bieten. Baulicher Handlungsbedarf bestehe auch an der Grundschule in Krofdorf-Gleiberg. Hier werde man den Landkreis unterstützen, wenn dieser ein umfassendes Konzept zum Thema Schülerbetreuung erstelle. Wie und wo sieht er Wettenberg in 15 Jahren? Was macht die Gemeinde lebens- und liebenswert? "Wenn ich auf die vergangenen 15 Jahre, die ich bereits für Wettenberg tätig war, zurückblicke, stelle ich fest, dass vieles nicht abschließend planbar war, aber durch das kontinuierliche und nach vorne gerichtete Handeln ermöglicht wurde." Dementsprechend werde man auch keine zuverlässige Prognose für die kommenden 15 Jahre abgeben können. Sicher sei er jedoch, dass Wettenberg auch weiterhin durch gemeinschaftliches und zielorientiertes Handeln eine lebens- und liebenswerte Gemeinde bleiben werde. |