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Rede zur Amtseinführung am 3. September 2009 (PDF 44 KB) Gründe warum ich die Wettenbergerinnen und Wettenberger bei der Wahl zum Bürgermeister unserer Gemeinde Wettenberg um Unterstützung bitte (Auszüge aus meiner Rede vor SPD-Mitgliederversammlung am 30.01.2009).Es sind viele Gründe, die auf persönlichen Bindungen, Erlebnissen und auf einem langjährigem Engagement für Wettenberg basieren. Gerhard Schmidt, unser Bürgermeister, ist seit 23 Jahren erfolgreich für unsere Gemeinde tätig. Ich begleite ihn nunmehr seit 15 Jahren als Verwaltungsleiter und Wirtschaftsförderer bei dieser großen Aufgabe. Wir haben viel für Wettenberg erreicht und können stolz darauf sein, dass unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger diese Arbeit anerkennen. Ich habe nicht lange überlegt, wo mein Platz nach dem 31. Januar 2010 sein kann. Gerhard Schmidt und die gemeindlichen Gremien haben mir in den vergangenen 15 Jahren immer das Vertrauen und die Handlungsspielräume gegeben, die für meine Arbeit in der Verwaltung und als Bindeglied zwischen Politik, Bevölkerung und Wirtschaft erforderlich waren. So konnte ich meinen Beitrag dazu leisten, dass Wettenberg erfolgreich auf die Herausforderungen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen reagiert hat. Meine Bindung zu Wettenberg hat ihre Wurzeln bereits in meiner Kindheit. Als „Stadtkind“ habe ich viele positive Erinnerungen an den Wettenberg, wo ich mit meinen Eltern, Geschwistern und Großeltern schöne Stunden bei den Wandervögeln Höhenflug verbrachte. Als Anfang 1994 die Stelle des Hauptverwaltungsbeamten frei wurde, habe ich sehr bewusst meinen beruflichen Schwerpunkt nach Wettenberg in die Kommunalverwaltung verlegt. Kommunalpolitisch hatte ich etwa zur gleichen Zeit den Fraktionsvorsitz der SPD im Gemeindeparlament Biebertal übernommen. So war es mir in den vergangenen 15 Jahren möglich, mich sowohl in leitender Funktion in der Wettenberger Gemeindeverwaltung und der Kommunalpolitik zu engagieren. Die verantwortungsvolle Aufgabe in Wettenberg hat mich geprägt und ist eine dauernde Herausforderung. So ist es keine Seltenheit, dass ich mich 12 Stunden am Tag, Abende und auch manches Wochenende in Wettenberg engagiere und mich mit voller Kraft für die Entwicklung Wettenbergs einsetze. Wirtschaftsförderung Die Wirtschaftsförderung, die ich als Geschäftsführer der Gewerbepark GmbH mit aufgebaut habe, ist mir hierbei besonders wichtig. Der von mir betreute Gewerbepark und die Gewerbegebiete „Felsweg“ und „Auf der Höll“ haben sich überproportional gut entwickelt. Mehr als 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze konnten in den letzten 10 Jahren aufgebaut werden und sichern dort die Existenz der Arbeitnehmer und ihrer Familien. Die enge Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft der Wettenberger Gewerbetreibenden (IWG), deren Vorstand ich als Beisitzer angehöre, ermöglicht uns die wichtige Sicherstellung der angemessenen Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen. Ich pflege einen engen Kontakt zu den Firmenchefs und haben über viele Jahre im Zuge der Bestandspflege Vertrauen aufgebaut. Dies ist gerade bei den Firmen wichtig, in denen die Geschäftsleitung nicht aus Wettenberg kommt und in der Region verwurzelt ist. Wir bauen eine enge Bindung und ein gegenseitiges Vertrauen auf, das bei anstehenden strategischen Entscheidungen entscheidend dazu beiträgt, dass unsere Firmen am Standort Wettenberg bleiben und bei uns expandieren. Einer unserer größten Arbeitgeber, die Elan-Schaltelement GmbH, ist hierfür ein gutes Beispiel. Als die Firma in das Familienunternehmen der Schmersal Gruppe in Wuppertal integriert wurde, fürchteten nicht wenige der Mitarbeiter, dass der Firmensitz nach Wuppertal verlegt werden könnte. Dort hat der Mutterkonzern noch Entwicklungsmöglichkeiten und günstige Gewerbeflächen stehen zur Verfügung. Wir haben in vielen guten Gesprächen mit dem Unternehmer und dem damaligen Geschäftsführer mit dazu beitragen können, dass Elan nicht nur in Wettenberg geblieben ist sondern der Standort zum Kompetenzzentrum ausgebaut wird. Die Gewerbesteuer ist ein wichtige Einnahmequelle für unsere Gemeinde geworden, die es uns ermöglicht unser soziales und kulturelles Engagement für unsere Kinder und Senioren und die Vereinsförderung auf hohem Niveau durchzuführen. Zukunftsprojekt "Wettenberg 2020" Ich habe klare Ziele für Wettenberg und möchte mit euch das Zukunftsprojekt Wettenberg 2020 entwickeln und umsetzen. Ich stehe für solide Finanzen, klare Entscheidungen, soziale und ökologische Kompetenz und einen motivierten und bürgerfreundlichen Dienstleister Gemeinde. Die Sozialstation, die Kindertagesstätten, der Betriebshof, die Freiwillige Feuerwehr und die Verwaltung werden von mir so unterstützt und geführt werden, dass sie ihre Leistungen kostengünstig, effektiv und innovativ für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger erbringen. Die schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Finanz- und Wirtschaftskrise werden auch an uns in Wettenberg nicht spurlos vorübergehen. Der Schwerpunkt liegt daher im Erhalt des Erreichten und in der Anpassung der bestehenden Angebote an die sich durch den demographischen Wandel ergebenden Veränderungen. Das bürgerschaftliche und ehrenamtliche Engagement ist unverzichtbar und wird von mir konsequent gefördert werden. 120 Vereine und Organisationen brauchen einen verlässlichen Ansprechpartner und Unterstützer. Hierfür stehe ich persönlich ein. Unser Gemeinwesen wird erst durch dieses soziale, kulturelle, sportliche und ökologische Engagement zukunftsfähig. In den letzten Jahren ist viel getan worden, um die Voraussetzungen für diese Engagement zu verbessern. Ich nenne hier nur beispielhaft Projekte wie das Haus der Begegnung, die Sporthalle Wißmar, das Holz- und Technikmuseum und die Unterstützung zahlreicher Vereine bei ihren Bauprojekten. Eine wichtige Aufgabe für das erste Amtsjahr wird die Umsetzung des Kunstrasenplatzes an unserer Gesamtschule mit den beteiligten Sportvereinen und dem Landkreis Gießen sein. Nachdem wir in Krofdorf-Gleiberg und Launsbach unsere Gemeinschaftshäuser modernisiert und saniert haben, steht die energetische Sanierung des Bürgerhauses Wißmar an. Energiewende Das Thema Energiewende werde ich mit Unterstützung unser ehrenamtlichen Fachleute des Energiebeirates und unserem Umweltbeauftragen aufgreifen. Die Konzessionsverträge für das Stromnetz laufen aus und bieten eine gute Möglichkeit für aktive Verhandlungen über regionale und ökologische Energieerzeugung. Ich meine nicht riesige Windkrafträder auf unserem Gleiberg, wie sie die Gegner einer ökologischen und nachhaltigen Energiepolitik gerne als Schreckgespenst an die Wand malen, sondern intelligente Lösungen im Bereich Kraft-Wärme-Kopplung, Solarenergie und die Verwendung nachwachsender Rohstoffe. Damit werden wir nicht nur nachhaltig unsere Umwelt schützen sondern auch unsere Wirtschaft stärken. Zur Zeit fließt unser Geld für Energie überwiegend an multinationale Konzerne ab und finanziert Skisporthallen in Dubai. Ich werde dafür kämpfen, dass immer mehr unserer Mitbürger und Gewerbetreibenden örtliche Energieproduzenten und Anbieter werden. Die beste Energie ist jedoch nach wie vor die, die nicht verbraucht wird. Energieeinsparung und Energieeffizienz sind daher wichtige Themen nicht nur für die kommunalen Gebäude. Hier werde ich mich dafür engagieren, dass der Gesamtenergieverbrauch in Wettenberg deutlich reduziert wird. Wenn er idealerweise auch noch lokal erzeugt wird, haben wir einen großen Schritt dafür getan, dass auch unsere Kinder noch eine intakte Umwelt genießen können. Unsere Kindertagesstätten und unsere Schulen sind ein wichtiger Baustein dafür, das Wettenberg auch in Zukunft eine lebens- und liebenswerte Gemeinde bleibt. Die Sorge um unsere Jugend beinhaltet ein gutes Angebot der Jugendpflege und der Vereine. Der Schulstandort Wettenberg ist wichtig für unsere zukünftige Entwicklung. Als Kreistagsabgeordneter und Bürgermeister werde ich mich dafür stark machen, dass in allen Ortsteilen ein gutes Grundschulangebot bestehen bleibt. Die Gesamtschule „Gleiberger Land“ wird von mir in ihrer Entwicklung als Schule mit Ganztagsangebot unterstützt werden. Es gilt die Elterninitiative, die Betreuungsvereine und das Engagement der Schulgemeinde zu stärken. Durch eine aktive Siedlungspolitik, die zunehmend auch einen Schwerpunkt auf die Innenentwicklung legen wird, werden wir dem Rückgang der jüngeren Bevölkerung entgegenwirken. Wir werden den Prozess des Bevölkerungsrückgangs nicht aufhalten aber verlangsamen können. Nach den Förderprogrammen der Dorf- und Stadterneuerung werden wir gemeinsam neue Wege finden, um die Innerortslagen und die ehemaligen Neubaugebiete aus den 50ziger und 60ziger Jahren attraktiv zu halten. Als Baulandentwickler und Grundstücksvermarkter erlebe ich immer öfter, dass gerade junge Familien mit Kindern trotz Vollbeschäftigung als Facharbeiter kein Wohnungseigentum bilden können. Der Wegfall der Eigenheimzulage hat gerade diesen Personenkreis, der für unsere Gesellschaft wichtig ist, von der Möglichkeit der Errichtung eines familiengerechten Eigenheims abgeschnitten. Hierzu hat die SPD-Wettenberg auf meine Initative einen Antrag beschlossen. Das Projekt „Älterwerden in Wettenberg“ mit seinen vielen Facetten muss den gesellschaftlichen Veränderungen folgen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um losgelöste Aufgabenstellungen, sondern um eine übergreifende Herausforderung, die jung und alt sowie stark und schwach, zusammenführen wird. Wir tragen Verantwortung für unsere Mitbürger von der Geburt bis ins hohe Alter. Im Wettenberg des Jahres 2020 werden wir die begonnene Vernetzung der Angebote soweit abgeschlossen haben, dass wir auch weiterhin eine zukunftsfähige Kommune sind, die die Herausforderungen der sich wandelnden Gesellschaft annimmt und löst. Wir werden unsere Position als hervorragenden Wohn- und Wirtschaftsstandort mit intakter Umwelt vor den Toren des Oberzentrums Gießen stärken. Durch den Ausbau des sanften Tourismus werden wir die örtliche Wirtschaft beleben und unseren Bürgern weiterhin ein intaktes Angebot an Naherholungseinrichtungen zur Verfügung stellen.
Ich bin ein Verfechter und Gestalter der Zusammenarbeit im Westkreis und des gemeinsamen Engagements für unsere Heimat. Die Verflechtungen unserer Gemeinden im Westkreis sind vielfältiger Art und lassen eine willkürliche Abgrenzung durch die vor 30 und mehr Jahren vorgenommene Schaffung von Großgemeinden nicht zu. Das Kleeblatt-Projekt für die Pflegeeinrichtungen im Westkreis und die touristische Zusammenarbeit sind bereits positive Zeichen der sinnvollen Kooperation. Ich engagiere mich daher auch als Kreistagsabgeordneter besonders für Wettenberg, Heuchelheim und Biebertal. Ich bin ein Mensch, der seine Heimat hier hat und tief in unserer Region verwurzelt ist. Die Wettenberger kennen mich als zuverlässigen und unparteiischen Ansprechpartner, Problemlöser, Wirtschaftsförderer und Verwaltungsfachmann, der für alle Mitbürger gleichermaßen aktiv wird. Diese Arbeitsweise werde ich auch als Bürgermeister fortsetzen und es freut mich daher außerordentlich, dass mich auch Mitbürger in meinem Vorhaben Bürgermeister zu werden bestärkt haben, die nicht meiner Partei angehören oder sie unterstützen. |